Springe zum Inhalt

1

Endlich haben wir Schnee! Er kam letzten Sonntag und ist mit -6°C am Tag weit davon entfernt, wegzutauen. Jetzt muß er noch bis nächsten Sonntag liegenbleiben, dann gewinne ich meine Wette (2 Wochen geschlossene Schneedecke vor Frühlingsanfang) und Tim muß mir nen Kuchen backen. 😀

unser Haus
Schwedengrüße

 

2

Nach zwei Tagen Holz schleppen, Wasser aus dem Brunnen ziehen, schummrigem Kerzenlicht und Kochen überm Holzfeuer in unserem alten Herd (der übrigens trotz mehr als 30 Jahren Nicht-Benutzung immer noch bestens funktioniert) war heute kurz nach 3 mittags das Licht wieder da. Einfach so, als wäre es nie weg gewesen. Es ließ unser Kerzen- und Taschenlampensortiment, die Kiste voller Kühlschranksachen draußen auf dem Balkon, die vollen Wassereimer und -schüsseln so lächerlich aussehen.
Begonnen hatte alles in der Nacht zum Sonntag. Der Sturm heulte stundenlang und aus dem Wald hörte man das Krachen der umknickenden Bäume. Die Fichten hinter dem Haus bogen sich im rechten Winkel, beim Nachbarn fiel eine große, alte Birke um und alles, was nicht gesichert war, wehte umher. Der Strom verließ uns mittags. Von einer Nachbarin erfuhren wir, daß weiter oben jede Menge Bäume über die Leitungen gefallen waren und es wohl ein paar Tage dauern würde, bis das wieder repariert wäre. So stellten wir uns drauf ein. Das Kerzen aufstellen war mir schon von den letzten Ausfällen, die immer nur ein paar Stunden gedauert hatten, vertraut. Wasser holen: der Bach war durch das Unwetter arg schmutzig, selbst zu schmutzig für die Klospülung. Also den Eimer an den Strick und hinter dem Haus in den alten Brunnen gelassen. Gutes Wasser und schön klar. Trinkwasser wollten wir aber doch lieber im Laden kaufen. Am Abend ließ der Sturm nach und wir fuhren die drei Kilometer zum Konsum ins nächste Dorf, nach Ekenässjön. Wir mußten ein paar Bäume umfahren, die auf der Straße lagen, kamen aber durch.
Wieder daheim wurden die Kachelöfen geheizt. Man denkt nicht, wie früh es dunkel wird und zu wie wenig man kommt, wenn man nichts als funzeligen Kerzen hat. Am nächsten Tag, also gestern, habe ich zugesehen, die nötigen Arbeiten bei Tageslicht zu machen. Daneben wollte natürlich Johanna gestillt und gewindelt werden... man ist den ganzen Tag am rennen nur für ne warme Bude, warmes Essen und ein zufriedenes Kind. Kein Wunder, daß man vor hundert Jahren das Internet nicht gebraucht hat. :DD
Und das abendliche Waschen erst! Ein Glück habe ich in der DDR noch gelernt, wie man das mit den guten alten Lappen, Seife und einem Schüsselchen voll Wasser macht. Tim, der sein Leben lang jeden Tag geduscht hat, hatte da so seine Schwierigkeiten. :b
Heute hat mich dann die Putzwut gepackt. Wenn man Holz in allen Größen in die Bude schleppt und im Dunkeln Wachs verkippt, sieht es schnell auch auf dem Fußboden mittelalterlich aus. Staubsauger ging auch nicht, also Besen, Kehrschaufel. Ich wütete so vor mich hin, war kurz draußen nach dem Kind sehen, was da im Wagen schlief und plötzlich: Licht AN. War fast erschrocken. Aber ja. Der Kühlschrank summte, der inzwischen fast abgetaute Gefrierschrank auch und vor dem Haus bimmelt der Bahnübergang. Wahrscheinlich aus Freude, daß er wieder Strom hat, denn der Zug fährt noch nicht wieder. Zufällig kommt just in dem Moment sogar ein Auto und darf anhalten. Ich freu mir ein Bein aus und putze auch noch das Treppenhaus und den Kühlschrank. Aus lauter Begeisterung über eine so simple Sache: Strom

1

zum ersten Mal seit wir den Schneesturm Anfang November hatten. Obwohl ich noch nicht glaube, daß er lange bleiben wird. Es ist immer noch recht warm mit 0-1°C.
Unsere letzte Woche Sprachkurs ist morgen rum und dann kann ich (Sarah) endlich zu Hause sein (bis auf 2 Tage die Woche, wo noch Unterricht ist)!
Seit drei Tagen haben wir Johanna in ein Nebenzimmer ausquartiert und seitdem schlafe ich besser. Sie macht im Schlaf so einen Krach, das kann man sich kaum vorstellen. Wälzt sich, quiekt, seufzt, schnarcht leise :crazy: und was nicht noch, wofür es gar keine richtigen Worte gibt. Jedenfalls bin ich jetzt tagsüber nicht mehr so schrecklich schlimm müde.

Seit knapp zwei Wochen sind wir wieder allein, nachdem über Silvester Darrel und Miriam zu Besuch waren. Ist auch mal schön, alleine hier zu sein, nachdem wir die meiste Zeit die wir hier sind Besuch hatten.

Tims Familie war zu Besuch und unser Tisch voll besetzt.

wir bekamen von einem Nachbarn einen schönen, frisch geschlagenen Baum geschenkt (hier ein Ausschnitt ;-))

Tims Mama hat eine Gans gebraten.

Wir haben Kekse gebacken.

Die Jungs haben uns tüchtig eingeheizt.

Am ersten Weihnachtstag gabs zwar auch keinen Schnee, aber einen feurigen Sonnenaufgang und ganz zauberhaftes Glitzer überall.

Wir haben Geschenke ausgepackt.

Johanna freute sich über ihre ersten eigenen Weihnachtsgeschenke (der Waschlappen in Handpuppenformat von Susi hat sie am meisten beeindruckt).

und alles in allem hatten wir eine schöne Zeit. Das große Haus trug dazu bei, daß man sich bei aufkommenden Meinungsverschiedenheiten und Empfindlichkeiten ganz gut aus dem Weg gehen konnte. Und die Gans war wirklich lecker!

Liebe Grüße von uns und von Johanna!

Heute hat unsere Sprachschule zum Weihnachtsessen eingeladen. Tims Chef war auch da und alle trafen sich in einem urigen Gewölbekeller, der in Deutschland sicher ein Edelrestaurant beherbergen würde. Hier war es nicht ganz so edel, dafür umso mehr schwedisch. Man bedient sich selbst am üppigen Büfett und Schweden tun das in traditioneller Essensfolge:
Zuerst gibt es Fisch und Meeresfrüchte. Alles, was man sich nur unter dem Thema vorstellen kann. Und mehr. Hering in ca. 10 verschiedenen Soßen eingelegt, darunter so abenteuerlich lautende wie Apfelsinensoße, Preiselbeersoße, aber auch Dillsoße, Senfsoße, mit Flußkrebsen eine.... Ich habe nicht alle gelesen und die Abteilung schnell überflogen, weil die Geschmackserfahrung süß eingelegten Herings noch zu frisch war. Der nächste Tisch war dem Räucherfisch vorbehalten. Makrele, Lachs, irgend so ein Hai, nur um drei zu nennen. Dann die Meeresfrüchte. Miesmuscheln, Flußkrebse, Garnelen und anderen Viecher, für die ich den Namen gar nicht weiß. Dazu hartgekochte Eihälften mit Sahne und was Fischigem oder Garnelen (?) drauf. Ich habs nicht näher betrachtet und mich mit etwas Räucherfisch begnügt. Der war ganz gut. Ach ja, und Weihnachtsschinken. Schmeckt wie... Schinken. Aber da ich im Laden gesehen hatte, daß die da Konservierungsmittel ranmachen, war ich etwas skeptisch.
Der zweite Gang besteht aus jansons frestelse (Jansons Versuchung, ein Kartoffelauflauf, wirklich gut!), Köttbollar (Hackfleischbällchen, waren wohl aus der Tüte und etwas fad, süßlich?), fingerlangen Würstchen (besser als erwartet, allerdings hatte ich nicht viel erwartet), der berühmten Prinskorv (Prinzenwurst, ein muß für die schwedische Weihnachtstafel, habe ich großzügig ausgelassen wegen der seltsam blassen Farbe) und Kartoffeln und Gemüse als Beilage. Von diesem zweiten Gang habe ich etwas mehr gegessen als vom Fisch.
Zum Schluß das Dessert. Süßkram wie Gummitiere und Schokokugeln, Pudding der nicht süß, aber nach Zartbitterschokolade schmeckt, sogenannter Quarkkuchen, aber aus Hüttenkäse und ziemlich süß, Marmelade, Kuchen, und das Beste: ein paar Mandarinen, Trauben und Bananen. Da kann man wenigstens nichts falsch machen.
Fazit: Alles in allem eine nicht kleine Herausforderung für den deutschen Gaumen (wann ißt man schon mal so viel durcheinander, noch dazu so viel Süßes:P?).
Am Ende bevorzuge ich doch unsere gute alte Weihnachtsente/-gans.

Heute sind wir endlich das viele Gras losgeworden, das Tim mit dem Fortschritt abgemäht hat. Den geliehenen Anhänger von nem Freund haben wir zweimal vollgekriegt und den Inhalt zu einem Kompostplatz in Björköby gefahren.
Grasabfuhr
Die wenigen Stunden Tageslicht haben gerade gereicht und es wurde dunkel, als wir das zweite Mal zurück kamen. Wir stiegen gerade aus, als ein fremdes Auto in unsere Einfahrt gefahren kam. Eine Frau begrüßte uns, überreichte uns ein Papier und eine Tüte und lud uns ein, in die Sockenförening einzutreten. Wir schwätzten mit ihr ein bißchen und da Tim sich nicht verwundert zeigte, dachte ich mir, daß das wohl seine Richtigkeit haben muß. Ich mutmaßte schon im Geheimen, was das wohl für ein Verein war. Ob man sich als Dorf zusammentat und Socken für den kalten Winter strickte oder war es gar was Kirchliches? Hinterher hab ich die Tüte ausgepackt, in der eine Hyazinthe im Topf steckte und nachgeschlagen: Socken auf Schwedisch ist die Gemeinde. Und wenn wir da eintreten können wir uns vielleicht mit dafür einsetzen, daß unsere Bahnstation noch lange erhalten bleibt.

Und noch ein aktuelles Bild vom Papa mit unserem Prachtkeks:
Der stolze Papa
Echt süß, die Kleine! :p

Willkommen in unserem neuen und ersten Blog! Von dieser Seite aus wollen wir euch aus der Ferne an unserem Leben teilhaben lassen und Kontakt halten.

Nun sind wir schon 1 1/2 Monat hier und von Alltag und Routine keine Spur. Die Zeit der täglichen Überraschungen wird wohl noch eine Weile andauern. Inzwischen hatten wir schon:
Schneesturm + Stromausfall (gleich zu Anfang)

Spaziergang nach dem Scheesturm

 

Besuch von Tims Mutter, die uns SEHR beim Renovieren und im Haushalt geholfen hat.

Besuch von meiner Schwester Hanna
ich glaub, es hat ihr gefallen, auch wenn nach dem anfänglichen Schnee keiner mehr kam, dafür umso mehr Regen.

Besuch von diversen Krankheitserregern. Ich (Sarah) war gerade das zweite Mal hier ziemlich krank. Jedesmal jeweils ne Woche. Diesmal war's schon arg: fast 40 Fieber, kotzen, Durchfall, Gliederschmerzen, 0 Appetit und dann noch ein Baby, das dauernd gestillt werden will. Wo schon auf's Klo gehen ein Akt war. Gehe immer noch halb am Stock, habe in den letzten Tagen ca. drei Kilo abgenommen und sehe etwas hohlwangig aus. Die engen Jeans dürften jetzt locker sitzen. :-/ Hätte ich doch jetzt den riesen Appetit aus Teenagertagen! Na ja. Es wird.
Sprachkurs.

Haben wir eigentlich jeden Tag, außer wenn ich krank bin. Ist ganz nett, manchmal langweilig, weil das andere Ehepaar nicht vorgestrebt hat wie wir. Die freuen sich sicher, daß wir jetzt mal zu Hause bleiben. :b
Umzug. Der war ganz am Anfang. Zwei Männer aus Schweden räumten unsere Wohnung in Halle an einem Nachmittag aus *Stress*.

Wir wohnten noch ein paar Tage bei unserer lieben Nachbarin, machten die Wohnung übergabefertig. Die Tante von der Wohnungsgesellschaft fand unsere Überstreichungsversuche nicht besonders gut. "Weiß ist nicht gleich weiß!" Ich bezweifle, daß sie je einen Pinsel angefaßt hat, außer den für ihr Make-up. Ihre bösen Briefe verfolgten uns bis hierher. Irgendwann durften wir dann auch erfahren, daß die Wohnung in gebrochenem Weiß gestrichen war. Dagegen mußte unser Weiß einfach weißer aussehen. Zum Glück ist sie weit weg, trotzdem hasse ich es, ihre Briefe zu öffnen. Die riechen schon so penetrant nach deutscher Kleinkariertheit.
Der Umzugswagen traf vor unserem Haus am 30.10.06 ein, also eine Woche, nachdem unsere Wohnung geräumt worden war.

 

Wir fuhren aber schon ein paar Tage früher, um noch was am Haus zu richten, bevor die Möbel kamen. Soweit ging alles glatt. Wir schliefen zwei Nächte bei einem befreundeten deutschen Arzt und zwei Nächte auf Klappbetten im Haus, die uns der Arzt und unsere deutschen Nachbarn geborgt hatten. Wir wollten dann einfach endlich "zu Hause" sein.
Noch ein paar Bilder:

Das Schöne ist: Der Wald sieht hier selbst im trüben November noch bunt und geheimnisvoll aus. Steine und Bäume sind mit Moos bewachsen und überall fließen kleine Bäche lang.